Wiederaufbau eines Oldtimers!


Vor vier Jahren kam die D-7165, eine Ka6-Cr aus dem Jahr 1966, in unseren Vereinsbesitz. Hauptsächlich wird dieses Flugzeug für die Schulung alleinfliegender Flugschüler genutzt, doch nach anfänglichem Zögern wuchs sie auch den Scheininhabern ans Herz.

Leider war das Holzflugzeug in keinem guten Zustand, was nicht zuletzt an der Mängelliste der letzten Jahresnachprüfung deutlich wurde.

Die Winterarbeit dieses Jahr lief reibungslos. Viele Jugendliche haben sich engagiert und nur so konnten unsere Flugzeuge mit Rekordzeit und in einem einwandfreien Zustand die Werkstatt wieder verlassen. Lediglich ein kleines Sorgenkind hatten wir noch, unsere Ka6. Schnell fragten wir uns, ob sich eine Restauration überhaupt lohnen würde. Nach langen Diskussionen stand fest: Die Ka6 wird grundüberholt!

Kaum war die Entscheidung beschlossene Sache, flogen auch schon die ersten Bespannungsteile durch die Werkstatt. Nachdem wir das halbe Flugzeug auseinandergebaut, uns durch diverse Lacksichten durchgeschliffen und Quadratmeter an Bespannung abgezogen haben, konnten wir mit dem Neubespannen anfangen. Schleifen, Klebelack streichen, bespannen, nähen und Spannlack streichen - all das hat Zeit und Nerven gekostet. Doch die Bespannung war nun fertig!


Anschließend wurde gespachtelt und nachdem alle Macken und Übergänge im Holz wieder eben waren, konnte endlich grundiert und danach lackiert werden. In welcher Farbe der Flieger erstrahlen soll war uns direkt klar: die Ka6 soll ein richtiges „LSC-Flugzeug“ werden. Also musste es Weiß mit blauen Streifen unter der Haube und auf dem Seitenruder sein!

Aber nicht nur die Bespannung und der Lack sind neu. Viele Bolzen wurden ersetzt und nachgezogen, auch die Cabrio-Haube hat eine neue Verglasung bekommen. Die abnehmbare Nase hat eine neue, deutlich angenehmere Befestigung und auch der Innenraum strahlt in einem hellen grau. Nach der Wägung stellt sich sogar heraus, dass der Flieger 7Kg abgenommen hat. So erhöht sich die maximale Zuladung erheblich, was zusammen mit einer kleinen Modifikation an der Sitzschale auch größeren Piloten nun etwas mehr Platz bietet.

Insgesamt hat die Grundüberholung nur ca. vier Wochen Zeit in Anspruch genommen. Dabei konnten unsere Jugendlichen viel für die Zukunft lernen, was ein wichtiger Grund der Entscheidung für die Ka6 war. Auch der Prüfer – welcher Zuständig für die Endabnahme ist - fand unsere Arbeitsgeschwindigkeit bemerkenswert. Solch einen Aufwand in historische Flugzeuge zu stecken ist nicht mehr selbstverständlich und stößt auch bei den „alten Hasen“ der Fliegerei auf viel Begeisterung.

Nun strahlt unser gesamter Flugzeugpark wieder in einem neuen Glanz und wir freuen uns auf eine tolle Saison 2020!